Höhle in Rothenthaler Alpen gibt Rätsel auf

Die in den Fels gehauene Höhle Peter Benndorf zeigt in Richtung des Höhleneingangs, der sich im oberen Teil des Felsens befindet. Die Sicherungsarbeiten laufen schon auf Hochtouren.

„Für uns Obergrochlitzer Kinder und später auch als Jugendliche übte die Höhle in den Rothenthaler Alpen immer den Reiz eines Abenteuers aus“, erklärte Peter Benndorf, Ortsteilrat in Greiz- Sachswitz/Dölau/Rothenthal. Der Beginn der gegenwärtigen Sicherungsarbeiten an den Felswänden zur Bundesstraße 92 zwischen dem Abzweig Mylau in der Plauenschen Straße und der ehemaligen Turnhalle in Rothenthal lassen in dem heute 75-Jährigen viele Erinnerungen wach werden. Damals, bis in die 1960er Jahre, war die Hassens-Höhle, wie sie schon seinerzeit von den älteren Obergrochlitzern genannt wurde, noch nicht verschlossen.
„Obwohl es schon allein aufgrund der steilen Felswand für uns sehr gefährlich war, bis zum Höhleneingang zu gelangen, ließen wir Jungs uns von dem vermeintlich großen Abenteuer nicht abhalten. Eigentlich gibt’s dort zwei Eingänge. Einer davon wurde von Anfang an blind angelegt, der Grund dafür ist nach wie vor ein Rätsel“, erklärte er beim Blick auf die Felsformation.
Die in den Fels gehauene Höhle führt geschätzte 250 bis 300 Meter Luftlinie bis zur Goldenen Höhe in Obergrochlitz und endete damals in einem Vierseithof, den es heute nicht mehr gibt.
„Wir Kinder sind auf den Knien gekrochen, denn die Höhle ist nicht sehr hoch angelegt. Später waren wir als Jugendliche dort noch einmal zu viert auf Erkundungstour. „Als meine Freunde auf eine noch gut erhaltene Matratze stießen, bekamen sie es mit der Angst zu tun und traten in Panik den Rückweg an. Sie vermuteten, dass noch irgend jemand darin leben könnte“, sagte er lachend. Der obere Ausgang war zu dieser Zeit bereits verschlossen. Dass es in den Rothenthaler Alpen eine solch große Höhle gibt, weiß heute kaum noch jemand. Schon immer wurde gerätselt, warum diese überhaupt in den Fels getrieben wurde. Es liegt die Vermutung nahe, dass nach Silber oder einem anderen Mineral gegraben wurde. Oder gab’s einen ganz anderen Grund? Das wird wahrscheinlich ein ewiges Rätsel bleiben, denn die von Peter Benndorf bisher unternommenen Nachforschungen nach irgend welchen Dokumenten blieben bisher erfolglos. Selbst im Thüringischen Staatsarchiv Greiz waren darüber bisher keine Unterlagen zu finden.
Peter Benndorf lässt das dennoch keine Ruhe, schließlich ist damit ein kleines Stück Heimatgeschichte verbunden, was erhalten bleiben sollte. Deshalb hatte er sich mit professionellen Höhlenforschern aus Gera und Jena bereits im zurückliegenden Winter in Verbindung gesetzt. „Die sagten mir, dass sie die Höhle derzeit nicht begehen könnten aufgrund der Fledermaus- Population. Denn obwohl die Höhle verschlossen wurde, hatte man Einflüge für die Tiere offen gelassen.
Locker lassen will er aber diesbezüglich nicht und möchte mit den Höhlenforschern nochmals in Verbindung treten, denn nur diese dürfen die Höhle betreten.
Mit Beginn der Sicherungsarbeiten an den Felsen hat sich das Ortsteilratsmitglied auch schon mit einem Verantwortlichen der bauausführenden Firma Salmen über die Höhle unterhalten. Diese soll natürlich auch weiterhin verschlossen bleiben, wie ihm bestätigt wurde. Für die Sicherungsarbeiten an den Felswänden werden voraussichtlich vier Wochen benötigt. Bis dahin ist die B92 einspurig und durch Ampelregelung befahrbar.
Übrigens, der Fußweg, der in gleicher Gegend entlang der kürzlich in Rothenthal errichteten Hochwasserschutzmauer führt, wurde mit Beendigung der Arbeiten am Donnerstag (5.8.) wieder frei gegeben.

Christian Freund