Leserbrief:

Gedanken über den Wandel von Schule zum Kindergarten Gedanken über den Wandel von Schule zum Kindergarten

Obergrochlitzer Familie mit Gedanken über den Wandel von Schule zum Kindergarten

Leserbrief in Sache Wandel von Schule zum Kindergarten: Nichts ist so beständig wie die Veränderung. Die Tatsache behalten wir als Senioren, die häufig gern am Alten haften, doch im Auge. Und diese Haltung hilft uns auch, das Geschehen um die Grundschule Obergrochlitz zu verstehen. Wir freuen uns darüber, dass das Gebäude offensichtlich sanierungsfähig war und nicht zur Schrottimmobilie wurde und vor allem dass es wieder für Kinder nutzbar ist. Sie können nun die Vorteile (Waldnähe, Schulgarten, integrative Zusammenarbeit mit der Carolinenschule) nutzen, die den Grundschülern vorenthalten bleibt.
Trotzdem fällt es uns schwer, die vor vielen Jahren stattfindenden Ereignisse um den Niedergang der Grundschule als „Schnee von gestern“ abzutun, wie es in einer Veröffentlichung zu lesen war. Wir sehen darin ein Politikum auf lokaler Ebene.
Sehr zielführend wurde die Abwicklung der Schule betrieben und ein erstes Argument für die zukünftige Schließung war eben das Gebäude, das angeblich nur noch abgerissen werden könnte und an dem niemand Interesse hätte.
Über die weitere Abfolge von der Verunsicherung vieler Eltern über den Weggang der Schulleiterin, die Auslagerung der Schüler infolge Lehrermangels bis zur endgültigen Schließung, lange nachdem schon kein Schüler oder Lehrer mehr die Schule betreten hatte, wollen wir uns nicht weiter äußern.
Zurück bleibt sicher bei vielen Menschen, die sich in irgendeiner Weise für den Erhalt unserer Grundschule eingesetzt haben, das Gefühl, von etlichen Lokalpolitikern nicht ernst genommen worden zu sein, um es nicht drastischer auszudrücken.
Schlimm ist, dass man weiter an der Zentralisierung der Schüler festhält. Die Bilder in den Medien gleichen sich. Kinder halten Schilder mit der Aufschrift „Unsre Schule muss bleiben“. Lokalpolitiker meinen, dass „kurze Beine nur kurze Wege gehen sollen“ oder sie kritisieren die Idee der Inklusion im neuen Schulgesetz. „Wer Inklusion will, muss auch die Ressourcen zur Verfügung stellen.“ (Tischner, OTZ, 01.09.20) Das ist sehr wahr und kann von uns mit Erfahrungswerten untermauert werden. Aber auch das Lernen in naturnaher Umgebung mit kleiner Klassenstärke ist eine Ressource, die der Landkreis mit der Schließung der Grundschule aus der Hand gegeben hat. Darf man wissen, zu welchem Preis?

Agnes und Thomas Hohmuth, Obergrochlitz

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