Cartoonist Dirk Meissner mit Plädoyer für Humor und Ironie

Während des Signierens machte es Dirk Meissner und seiner Frau Nina (2. rechts hinten) großen Spaß, mit den Besuchern der Ausstellungseröffnung ins Gespräch zu kommen. Während des Signierens machte es Dirk Meissner und seiner Frau Nina (2. rechts hinten) großen Spaß, mit den Besuchern der Ausstellungseröffnung ins Gespräch zu kommen.

„Ich war bestimmt schon vier oder fünf Mal in diesem Haus, darunter im Jahr 2015 zur Triennale.

Das Sommerpalais mit dem Satiricum gehört zu den wenigen Orten in Deutschland, in denen diese Kunstrichtung noch einen ganz hohen Stellenwert hat. Von der Stadt Greiz bin ich ohnehin immer wieder berührt“, erklärte der Cartoonist Dirk Meissner in einem Gespräch mit der Direktorin des Hauses, Eva-Maria von Mariassy, unmittelbar vor der Eröffnung seiner Karikaturenausstellung „Sagen Sie jetzt nicht, das ist Kunst“ mit 130 Arbeiten vor großer Publikumskulisse am Sonnabendvormittag in der Beletage.
„Dirk Meissner hat seine Ausstellung selbst zusammengestellt. Noch in seinem Beisein ahnten wir nicht, dass aufgrund der turbulenten Ereignisse der letzte Bundesbürger mitbekommen musste, wo Thüringen liegt“, frotzelte Eva-Maria von Mariassy eingangs ihrer Begrüßungsworte und würdigte in der anschließenden Laudatio das Schaffen des in Köln wirkenden freien Cartoonisten. „Die Kunst will ernst genommen werden, die Karikatur ist eine Ausnahme, Verzerrung und Zuspitzung bilden den Kontrast zur Realität“, erklärte sie weiter.
1988 veröffentlicht Dirk Meissner, der mit einer großen Portion Ironie und Witz in seinen digital erarbeiteten Werken das Kunstgeschehen auf die Schippe nimmt, seine erste Postkartenserie beim Weitzdörfer Cartoonverlag. Nach einem Volkswirtschaftsstudium erscheinen seine ersten Cartoon-Bände mit dem Titel „Manager at work“ und wenige Jahre später unter dem Titel „Der letzte Leistungsträger“. Er wirkt seit 1992 als Freischaffender. Ab 2006 arbeitet er regelmäßig für die Süddeutsche Zeitung, anfangs unter dem Titel Hippenstocks Strategen, seit 2011 dann unter Meissners Strategen. Der Künstler wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem zweiten Preis beim Deutschen Karikaturen- Preis 2009. Zusammen mit seiner Frau Nina führte er die Galerie Der Rote Pinguin, die bis Ende 2015 zeitgenössische Karikatur und Cartoons präsentierte. Seit 2015 ist er Mitglied der International Society for Humor Studies.
„Es ist eine wahnsinnige Ehre für mich, hier im Sommerpalais auszustellen zu können. Cartoons zu zeichnen macht mir immer wieder richtig Spaß. Um Satire und Ironie gibt’s immer wieder Diskussionen darüber, wie weit ein Künstler dabei gehen kann. Ich werde immer wieder ein Plädoyer für die Freiheit der Kunst halten“, erklärte Meissner in seiner Ansprache und stellte die Frage was wäre, wenn es keine Karikaturen und keine Ironie mehr gäbe? „Humor und Witz sollten immer eine Chance haben“, forderte er mit Nachdruck. Bevor von Mariassy mit der Enthüllung einer Karikatur die Ausstellung frei gab, dankte sie dem Künstler und dem gesamten Team des Sommerpalais für ihre Anstrengungen bei der Gestaltung und dem Aufbau der Präsentation.
Dirk Meissner kam während des Rundganges mit vielen Besuchern ins Gespräch. Sie konnten es kaum erwarten, dass er mit der Signierung seines Buches entsprechend dem Titel seiner Ausstellung und einer Postkartenserie begann. „Der Künstler zeigt uns eine gelungene Ausstellung mir Werken voller Ideen“, sagte der Greizer Kunstmaler Wolfgang Dreßler, der sich über das signierte Werk des Cartoonisten freute. Von Dresden aus hatte sich Roland Gräfe von der gleichnamigen Stiftung für Kunst und Kultur in Radebeul in Begleitung von Sabine Weber auf den Weg nach Greiz gemacht, um wie viele weitere bekannte Künstler bei diesem Event dabei zu sein. „Das ist eine tolle Ausstellung mit hervorragender Technik und wahnsinniger Kreativität des Künstlers“, erklärte der deutschlandweit bekannte Mäzen.
„Ich bin mit meinem Mann bei fast jeder Ausstellungseröffnung im Sommerpalais dabei. Zum einen werden stets interessante Präsentationen wie diese geboten, zum anderen finde ich die Reden von Frau von Mariassy immer wieder super. Sie sind spannend, humorvoll, teils spitz und pointiert. Wenn sie diese in einem Buch zusammenfassen würde, wären wir die ersten Käufer“, erklärte abschließend die Greizer Besucherin Dagmar Böttcher.
Ganz traditionell den Ausstellungseröffnungen in diesem Haus folgend wurden auch eingangs dieses Events die Besucher mit einem ganz besonderen Hörerlebnis explizit passend und einfühlsam eingestimmt vom Duo Nils Alf (Saxophon und Klarinette) und Tim Helbig am Percussion und seinen verschiedensten Klangobjekten wie Karton, Glocken, Metallschüsseln, Plastikfolie und Papier.

Christian Freund

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