Sperrung im Obergrochlitzer Wald aufgehoben

Seit dem 20. Januar war der Obergrochlitzer Wald samt dem Weg zur Gaststätte und Pension „Zur Wildsau“ aufgrund von Holzeinschlagsarbeiten gesperrt. Nachdem in den zurückliegenden Wochen mit dem Harvester eine stattliche Anzahl Bäume gefällt, geschnitten und mittels computergesteuerter Technik auf das vorgegebene Verkaufssortiment ausgehalten wurde, konnten die Stämme mit Forwadern aus dem Waldgebiet geholt und an der Straße für die Abholung gestapelt werden.
Dieser beabsichtigte Effekt des Holzeinschlages soll der Pflege gut gewachsener Nadelbäume und der Mischarten Eiche und Buche sowie die Förderung der natürlichen Verjüngung von Laubbaumarten dienen. „Für den Laien lässt sich das immer gut erklären, wenn man sich ein Radieschen-Beet vorstellt. Werden die dicht gesäten Radieschen nicht vereinzelt, wachsen sie alle dünn wie die Schnürsenkel und bilden keinen nennenswerten Fruchtkörper oder werden holzig“, führte Revierförsterin Bärbel Ruder anschaulich aus.
Dieser Pflegeeingriff ist für die Stabilisierung des Bestandes notwendig. Dadurch werden die Bäume mit gleichmäßigem Kronenaufbau gefördert. Außerdem kann mehr Licht auf den Waldboden fallen, so dass die Laubbäume eine Chance zur Vermehrung erhalten. „Außerdem dienen diese Arbeiten vor allem auch der Holzgewinnung und nicht zuletzt dem Einkommen des Forstbetriebes. Nur wo Geld erwirtschaftet wird, können Waldbaumaßnahmen und andere Arbeiten stattfinden. Der Holzeinschlag wird aufgrund der kontinuierlichen Abnahme der Sägewerke ganzjährig durchgeführt“, erklärt die Revierförsterin weiter.
Die Maßnahme im Obergrochlitzer Wald wurde in der Hoffnung auf Bodenfrost wegen der Vermeidung von Wegeschäden auf die Monate Januar und Februar gelegt. Doch es kam leider anders. Ständiger Regen seit November, fehlende Minusgrade und Stürme machten uns einen dicken Strich durch die Rechnung, so dass jetzt kostspielige Arbeiten zur Beseitigung der Schäden an den Wanderwegen anstehen.
Grundsätzlich hat der Wintereinschlag den Vorteil, dass sich das Holz nicht so schnell durch Pilzbefall verfärbt. Auch der Borkenkäfer hat keine Chance, das Holz zu befallen. Diese Maßnahme im Obergrochlitzer Wald wird als Frischholzeinschlag bezeichnet. Dabei wurde Profilzerspanerholz für die Bauindustrie, Papierzellstoffholz, Holz für Paletten und Parkett sowie für Brennholzsortimente produziert.
Die gesamten Arbeiten sind abgeschlossen. Dazu gehörte auch die Reinigung des Weges in Richtung der Pension „Zur Wildsau“, der bereits wieder freigegeben wurde.
„Bis dahin mussten die Beschilderungen ernst genommen werden, schließlich dienten sie der Sicherheit der Waldbesucher. Auch wenn nicht in unmittelbarer Nähe gefällt wird, können sich abgebrochene Äste lösen und zu Boden fallen. In der Regel werden die Waldgebiete weiträumig, also am Waldeingang, entsprechend dem Thüringer Waldgesetz nach Paragraf 6, Absatz 8, beschildert“, erklärt Revierförsterin Ruder abschließend.
Jetzt kann auch von der Bevölkerung Brennholz erworben werden. Interessierte müssen dazu einen Termin vor Ort mit Revierförsterin Ruder vereinbaren ( 0172 3480415). Bezahlt wird bar. Danach kann das Holz abgefahren werden. Verkauft wird Nadelholz in Längen von zwei und Laubholz in vier Metern.

Christian Freund